WAS MUSS EINE WEBSEITE KÖNNEN?

Von der digitalen Visitenkarte bis zum Online-Shop und allen Stufen dazwischen – Nutzen, Sinn und Zweck einer Webseite sind für lokale Einzelhändler und Dienstleister so unterschiedlich wie ihr Angebot.

 

Bei der Planung einer Webseite stehen oftmals die Kosten und die Optik im Vordergrund. Da wird überlegt, ob es mit einem Do-it-yourself-Baukasten-System machbar ist, ob ein vorprogrammiertes Template (eine Blanko-Vorlage sozusagen) reicht oder ob Geld für eine individuell programmierte Webseite in die Hand genommen werden soll. Natürlich sind das auch wesentliche Punkte, die entschieden werden wollen. Jedoch sollte eine ganz andere Überlegung Priorität haben: 

 

Was soll deine Webseite eigentlich für dich tun?

 

        1. Soll sie einfach deine Online-Visitenkarte im Netz sein, nur mit den wichtigen Basis-Infos?
        1. Soll sie dein Geschäft repräsentieren, dein Geschäftskonzept darstellen und dein Sortiment/Angebot zeigen?
        1. Soll sie dir Kunden in dein lokales Geschäft bringen bzw. konkrete Anfragen nach deinem Angebot?
        1. Oder willst du direkt über deine Webseite online verkaufen?

Ich finde, Aufwand, Kosten und Nutzen müssen immer in einem gesunden Verhältnis stehen. Darum ist es nicht nur sinnvoll, sondern absolut notwendig, zunächst zu überlegen, was du mit deiner Webseite erreichen willst. Davon hängen Konzept (und Design), die Kosten und, nicht zu vergessen, dein zeitlicher Aufwand für die Pflege der Seite ab.

 

Diese 4 Aufgaben kann eine Webseite im Wesentlichen übernehmen:

 

1. Die Online-Visitenkarte

Da heute niemand mehr in ein Telefonbuch schaut, sollte wirklich JEDES Geschäft eine Internet-Präsenz, also Webseite haben. Mindestens eine Basis-Seite, die Infos zu Standort und Öffnungszeiten und Kontaktdaten enthält, sollte potentiellen Kunden, und nicht zu vergessen, auch Geschäftspartnern geboten werden. 

Dafür muss es keine aufwendig programmierte Webseite für x-tausend Euro sein, individuellen Schnickschnack kann man sich an dieser Stelle sparen. Der Pflegeaufwand einer solchen Seite ist gering bis nicht notwendig. 

Diese Webseiten sind wie ein Eintrag in den guten alten Gelben Seiten. Sie sind da, werden manchmal auch gebraucht, sind aber kein Vertriebskanal, hier werden keine Kunden gewonnen.

2. Die Image-Seite

Willst du dein Geschäft und dein Angebot online repräsentieren, quasi ein Online-Schaufenster einrichten, darf es etwas mehr Inhalt und Aufwand sein. Bilder, Texte und Farben sind wohl gewählt und repräsentieren dein Geschäftskonzept. Die Besucher sollen hier schon ein erstes Gefühl für dich und dein Angebot bekommen, das sich später in deinem Geschäft oder einem persönlichen Gespräch unbedingt bestätigen sollte. 

Diese Seiten sollten den Besuchern die Möglichkeit geben, mit dir in Kontakt zu bleiben, da sie  vermutlich nicht gleich am selben oder nächsten Tag auf deiner Matte stehen werden. Lade deine Webseitenbesucher also ein, sich für deinen Newsletter zu registrieren oder, wenn du keinen hast, direkt auf dein Facebook- oder Instagram-Profil zu springen, um Dir dort weiter zu folgen. 

Da deine Webseite dein Geschäft repräsentieren soll, sollte sie sowohl optisch als auch inhaltlich deinem aktuellen Angebot entsprechen. Insofern sind wahrscheinlich gelegentliche Aktualisierungen von Bildern und Texten notwendig und sinnvoll. Es gibt also einen leicht erhöhten Pflegeaufwand.

Auch diese Seiten gewinnen direkt keine Kunden. Sie sind mehr wie eine Image-Broschüre und dienen hauptsächlich informellen und repräsentativen Zwecken. In Verbindung mit ein oder zwei Social Media Kanälen können sie aber durchaus zum Kundenfänger werden.

3. Der Kundenmagnet

Wenn dir deine Webseite Kunden bzw. Kundenkontakte bringen soll, muss das gesamte Seitenkonzept darauf ausgerichtet sein. Mach es deinen potentiellen Kunden so leicht wie nur irgend möglich, mit Dir unverbindlich in Kontakt zu treten.

Diese Webseiten müssen viel leisten: informieren, begeistern, überzeugen, gewinnen und an jeder nur erdenklichen Stelle Kontakt zu Dir ermöglichen. Hier reicht die klassische Kontaktseite mit einem Kontaktformular bei weitem nicht aus. E-Mail und/oder Telefonnummer müssen an allen möglichen Kontaktpunkten erscheinen, vlt. richtest du sogar einen Online-Chat ein. 

Ideal ist es, wenn die Besucher auf deiner Seite etwas tun können: über einen Buchungskalender eine kostenlose Erstberatung bei dir buchen, sich auf einer Warte-, Interessenten- oder Event-Liste oder für deinen Newsletter eintragen können.

Für die Kundengewinnung über eine Webseite ist es essentiell, dass diese bei Google gefunden wird. Dafür gibt es eine Reihe verschiedener Anforderungen und Voraussetzungen:

            • Allerwichtigste von allen wichtigen Voraussetzungen ist: Deine Seite MUSS mobil-fähig sein, also responsiv programmiert sein. Das heißt, sie kann sich an die kleineren Bildschirmgrößen von Handys und Tablets anpassen. Das ist so wichtig, weil Google ab März 2021 nur noch und ausschließlich mobile Webseiten indiziert. Reine Desktop-Seiten sind ab dann für Google schlichtweg nicht mehr existent.
            • Deine Seite muss „leben“. Das bedeutet, hier muss sich regelmäßig etwas verändern. Ideal dafür ist ein Blog, der regelmäßig mit neuen Beiträgen rund um dein Angebot gefüllt wird. Das kann auch als Vlog (Video-Blog) umgesetzt werden, wenn du lieber Videos machst, als Texte schreibst. Super ist auch eine Fotogalerie deines Sortiments mit kurzen Texten.
            • Keywords, Metatexte, Bildnamen und -beschreibungen müssen sorgfältig gewählt und sauber eingefügt werden. Das sollte regelmäßig analysiert und immer wieder optimiert werden (= SEO/Suchmaschinenoptimierung)
            • Bild-/Videogrößen und -auflösungen müssen optimiert werden, für schnelle Ladezeiten.
            • Externe und interne Links auf deine/r Seite machen sie für Google relevanter. Hilfreich ist hier schon mal dein Profil auf Facebook oder Instagram, von dem du natürlich regelmäßig auf deine Seite verlinkst. Sind deine Beiträge dort so gut, dass sie geteilt werden, hast du noch mehr externe Links. Interne Links kannst du leicht über deine Blogbeiträge schaffen, indem du von einem auf einen anderen Blogbeitrag verlinkst.

Je nach Seitenkonzept gibt es noch etliche weitere Stellschrauben, um eine Webseite für Google interessant zu machen. Wichtig dabei zu wissen ist, es ist kein Einmaljob. Wenn du mehr Geld investierst für eine suchmaschinenoptimierte Webseite, dann investiere auch in die regelmäßige Analyse und Optimierung, sonst war der erste Aufwand für die Katz. 

Abgesehen von Google ist es sinnvoll, deine Seite zusätzlich über andere Kanäle zu promoten und potentielle Kunden über Links dort hin zu leiten. Darum solltest du parallel zu deiner Webseite ein bis zwei Online Accounts (Facebook, Instagram, Pinterest, Youtube etc.) sehr gut pflegen. Welcher hier für dich sinnvoll ist, hängt vor allem von deiner Zielgruppe und deinem Angebot ab.

Insgesamt sind sowohl der finanzielle, als auch dein zeitlicher Aufwand für so eine Webseite nicht ohne. Aber: diese Seite ist ein echter Vertriebskanal, bringt dir Kunden und damit Umsatz. Sie spielt also ihre Investitionen wieder ein!

4. Der Online-Shop

Du willst direkt über deine Seite verkaufen – Online-Shop – die Königsdisziplin der Webseiten. Es ist nicht damit getan, Produkte mit schicken Fotos, Beschreibung und Preis einzustellen. Jeder Onlineshop muss heute gegen Amazon, Zalando, Wish etc. bestehen können. Nicht leicht, denn die sind inzwischen extremst nutzerfreundlich, kennen ihre Kunden ganz genau, sind natürlich googleoptimiert, perfekt Social-Media-vernetzt, und das Sortiment kann sowieso keiner toppen. 

ABER, du hast etwas, das all die Bigplayer nicht haben! Du bis EIN (echter) Mensch, ein Geschäftsinhaber, ein leidenschaftlicher Händler mit einer Mission. Du hast eine Geschichte, eine Story zu erzählen, „die“ nicht. 

Wenn du den Mut hast, dieses Ass zu spielen, kannst du mit deinem Onlineshop voll durchstarten.

Onlineshops haben eigene Gesetzmäßigkeiten. Oberste Maxime ist hier die „Customer Journey“, also der online ausgerollte rote Teppich für deine Kunden. Er muss:

            1. mobil perfekt funktionieren
            2. simpel sein
            3. übersichtlich sein
            4. die gängigen Bezahlfunktionen haben
            5. kundenfreundliche Rücksende-/Rückgabebedingungen haben
            6. den gesamten Prozess perfekt kommunizieren/dokumentieren (Bestellung, Bezahlung, Status, Versand, Bewertung)
            7. je nach Produkt ggf. einen guten und vor allem schnellen Kundenservice bieten

Natürlich sind Google & Co und Social Media für einen Online-Shop wie die Luft zum Atmen. Hier braucht es einiges an zeitlichem und finanziellen Engagement, um eine potente Fan-Base aufzubauen. Sinnvoll ist es darüber hinaus, den Onlineshop mit deinem lokalen Geschäft durch ein Warenwirtschaftssystem zu verbinden, um Bestände jederzeit aktuell und abrufbar zu haben. Dafür gibt es inzwischen viele gute All-in-One-Lösungen.

Auch wenn du im ersten Moment denkst „Oh mein Gott – das ist mir alles viel zu viel Aufwand.“, der Aufwand lohnt sich durchaus. Denn ein Online-Shop hat nun mal 24/7 geöffnet. Weder Wochenenden, Feiertage oder eine Pandemie interessieren deinen virtuellen Mitarbeiter. 

 

Was bedeutet das für lokale Einzelhändler und Dienstleister?

 

Das Jahr 2020 hat uns nachdrücklich gezeigt, dass wir gut beraten sind, uns in allen Geschäftsbereichen mehrdimensional aufzustellen.

Wenn du bisher durch deine 1A-Geschäftslage oder eine erstklassige Reputation keinerlei Probleme hattest, Kunden/Aufträge zu bekommen, musstest du dieses Jahr vielleicht Alternativen finden, oder? Vielleicht hast du in diesem Zusammenhang auch über deine Webseite nachgedacht? Ist sie noch zeitgemäß? Tut sie das für dich, was du erwartest? Könnte sie vielleicht mehr für dein Geschäft, deinen Umsatz tun?

Du mußt entscheiden, welchen Anteil „online“ in deinem Business und in deinem Arbeitsalltag haben soll und könnte. Dem entsprechend planst du finanzielle und – ganz wichtig! – deine zeitliche Ressourcen dafür ein.

Wer noch keine oder wenig Erfahrungen mit dem ganzen „Online-Ding“ hat, dem empfehle ich, mit einem modularen Online-Konzept zu starten und sich Schritt-für-Schritt heran zu tasten. Eine erweiterungsfähige Webseite plus EIN Social Mediakanal reichen für den Anfang. Je nach Bedarf, kann das Engagement dann jederzeit ausgebaut werden.

Die Möglichkeiten sind vielfältig und es ist auch keine Raketentechnologie. Trau dich und bring dein Geschäft online. Wenn du möchtest, begleite ich dich bei deinen ersten Schritten oder so lange, bis du dein eigener Onlineprofi bist.